Wissenswertes




Wussten Sie eigentlich schon, das...

... Senf weit mehr ist, als ein Küchengewürz? Wir haben ihnen einiges Wissenswertes zum Senf zusammengetragen:

Senf tötet Bienen

Der Senf, der vielerorts im Herbst als Zwischenfrucht zum Schutz und Düngen des Bodens über die Wintermonate angepflanzt wird, kann für viele Bienenvölker in der Nähe solcher Felder das Ende bedeuten. Bienen nehmen in den Herbstmonaten besonders viel Nektar auf, da sie viel Feuchtigkeit zum Überwintern benötigen. Nun ist der Nektar der Senfpflanzen aber im Gegensatz zu dem der Rapspflanzen (die in Geruch und Farbe für Bienen keinen Unterschied machen) sehr trocken. Bienen vollführen in Ihrem Stock einen Tanz, der den anderen signalisiert in welcher Richtung und Entfernung sie eine Nahrungsquelle gefunden haben, was dazu führt das nicht nur ein paar, sondern beinah das ganze Volk seine Nahrung an diesem Ort sammelt. Ist das nun ein Senf-Feld, kann das tödliche Folgen haben da Bienen auf Grund der kühleren und weniger sonnigen Temperaturen auch weniger Reinigungsflüge machen, bei denen sie ihre durch den vielen Nektar überdehnte Kot-Blase leeren.

Senf gegen Bleiverseuchung

Ja es stimmt!

Die Pflanzen des braunen Senfes werden auch auf bleiverseuchten Böden angebaut – jedoch nicht zur Weiterverarbeitung oder gar zum Verzehr. Der Boden wird mit Ethylendiamintetraessigsäure (kurz EDTA) versetzt, die sich mit dem im Boden befindlichen Blei (Pb) verbindet. Diese so entstehenden sogenannten Pb(II)-EDTA-Komplexe werden dann von den Senfpflanzen aufgenommen wodurch diese natürlich absterben.

Diese Art der Dekontaminierung bleiverseuchter Böden nennt man auch Phytosanierung. Natürlich müssen die bleibelasteten Pflanzenreste gesondert entsorgt werden, zudem muss dieser Prozess mehrfach wiederholt werden und dauert somit (je nach Verseuchungsgrad) einige Jahre oder gar Jahrzehnte. Dennoch ist es sehr bemerkenswert, das der braune Senf ein natürliches Mittel ist, um mit Blei verseuchte Böden wieder in Ordnung zu bringen.

Senf als Stromerzeuger

Man glaubt es vielleicht nicht aber in Indien wird seit einigen Jahren Senf tatsächlich zum erzeugen von Strom genutzt. Genauer die Pflanzen.- bzw. Erntereste. Vor einigen Jahren konnte man mit den aus der Ernte und Senfölgewinnung anfallenden Pflanzenabfällen nichts anfangen und hat sie deshalb verbrannt.

Im Bundesstaat Rajasthan (eine der ärmeren Gegenden) leben die meisten Menschen von der Landwirtschaft, was nicht leicht ist da auf Grund der großen Trockenheit die in dieser Region herrscht, nichts wirklich wachsen kann außer dem braunen Senf (Indischer Senf), welcher winterhart und robust ist und so ziemlich das einzige ist was dort gedeiht.

Im indischen Ort Tonk wurde 2007 ein Biomassekraftwerk eröffnet das aus der Verbrennung dieser Senfreste seit dem Energie gewinnt, was natürlich auch der Bevölkerung zu Gute kommt da die Kleinbauern nun Ihre Abfälle der Senfpflanzen an die Anlagenbetreiber verkaufen können. Zu dem stellt es auch eine wirtschaftliche Entwicklung dar. Da nicht jeder Bauer ein Transportmittel besitzt um seine Erntereste ins Kraftwerk zu bringen, gibt es Rings um das Werk sogenannte Sammelzentren (50 Km Umkreis)wo der Biobrennstoff gewogen, und der Bauer sofort für seine „Ware“ bezahlt wird. Nachdem die Senfabfälle zum Kraftwerk gebracht wurden wird ein Teil verbrannt und der Andere in riesige Lager verbracht damit auch außerhalb der Erntezeit genügend Vorrat zur ganzjährigen Stromversorgung zur Verfügung steht

Seinen Senf dazu geben?

Nun, in der heutigen Zeit bedeutet es folgendes:

Jemand der seinen Senf dazu gibt, ist ein nicht gerade willkommener Gesprächs- oder Diskussionspartner, da er sich meist ungefragt oder unpassend in Konversationen einbringt und seine Meinung oder Rat -  eben seinen Senf- dazu gibt.

Der Ursprung der Redewendung liegt im 17. Jahrhundert! Da war diese Person der Gastgeber oder Wirt und der Senf war tatsächlich Senf. Jedoch gab der Gastgeber den Senf nicht zum Gespräch dazu, sondern zu den servierten Speisen. Da Senf damals natürlich sehr gefragt war und eine angesehene und besondere Köstlichkeit darstellte, wurde er all zu oft ungefragt dazu gegeben, auch wenn er überhaupt nicht zu den Gerichten passte. Das war freilich für die Gäste unangenehm und aufdringlich, und auch nicht immer schmackhaft.

Man muss eben nicht überall seinen Senf dazu geben!

Es gibt allerdings auch eine nicht so verächtliche Bedeutung, die sich im Wörterbuch der Gebrüder Grimm finden lässt. Dort bedeutet es vielmehr einer Konversation durch witzige oder bissige Beiträge, die richtige „Würze“ zu verleihen. Wie eben bei einer Speise die, wie ein Gespräch, ohne Gewürze wohl auch etwas fade und langweilig wäre.

Senf - das besondere Wort

Senf ist nicht nur ein besonderes Gewürz sondern auch ein besonderes Wort! Zumindest in der deutschen Sprache. Es zählt nämlich zu einem exklusiven Kreis von nur 5 Worten die mit der Buchstabenkombination „nf“ enden. Die anderen 4 sind „fünf“ (Zahl), „Genf“ (Stadt), „Hanf“ (Pflanze) und „Sernf“ (ein 18 Km langer Fluss in der Schweiz – genauer ein Nebenfluss der Linth im Glarus).

Weißwurst mit süßem Senf - wie konnte das geschehn?

1857 – Ein denkwürdiges Jahr – Und Zwei denkwürdige Erfindungen! – Die „Weißwurst“ und der „süße Senf“! Noch nicht vereint aber in naher Zukunft sollten sie zu einem schmackhaften Mahl zusammengeführt werden.

Es ist zwar nicht ganz ohne Zweifel, aber so erzählt man:

Es soll der 22. Februar 1857 gewesen sein als, Sepp Moser, dem Besitzer einer kleinen Gastwirtschaft die sich „Zum ewigen Licht“ nannte und am Münchner Marienplatz in München ihren Standort hatte, bei der Herstellung seiner Kalbsbratwürste durch ein, wie sich herausstellen sollte, glückliches Missgeschick, eine neue schmackhafte Wurst entstehen ließ.

Nur weil er keine Schafsdärme mehr hatte, blieb ihm nichts anderes übrig an statt dieser, Schweinedärme zu nehmen und mit seinem hellen Kalbsbrät zu füllen. Da diese aber dicker waren befürchtete er Sie könnten platzen wenn man sie braten würde, also beschloss er die Würste zu brühen - und voila – eine köstliche Wurst war geboren  - „Die Weißwurst“.

Kein Missgeschick sondern die Experimentierfreude eines anderen Mannes sollte zur Erfindung des „süßen“ Senfes führen. Er war Gründer einer Senfmanufaktur, die sich in der Kaufinger Straße in München befand, und erhielt später, im Jahre 1873, in Wien auf der Weltausstellung sogar die Fortschrittsmedaille. Sein Name: Johann Conrad Develey!

Er kombinierte eines Tages eine Senfrezeptur, nach französischer Herstellung (der sogenannte Dijon Senf), die besonders an Schärfe besaß, mit karamellisiertem Zucker und fügte eine spezielle Gewürzmischung hinzu. Das Ergebnis: Eine im Geschmack unvergleichliche neue Senfkreation entstand – „Süßer Senf“.

Es ist wohl klar das, bei zwei außergewöhnlichen Kreationen wie diesen, es nicht lange dauern konnte bis diese zusammen fanden und bis heute eine äußerst köstliche Vereinigung bilden würden.

Ein Paar wie es nicht besser sein könnte – Die Weißwurst und der süße Senf. Einfach lecker!

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