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11.01.2012

Wer Senf liebt, fordert Qualität!

Senf, im Französischen "Moutarde" (der Name stammt vom lateinischen "mustum ardens", was "brennender Most" bedeutet, da die Franzosen bereits im 12. Jahrhundert Senf mit Most zubereiteten), im Englischen "Mustard" und im Deutschen "Mostrich" genannt (obwohl Senf streng genommen nur dann ein Mostrich ist, wenn kein Senf, sondern Most für die Zubereitung verwendet wurde), ist eine der beliebtesten Würzmittel der Welt. Zum Braten, Kochen und Marinieren (zum Beispiel zum Einlegen von Mixed Pickles) werden fast ausschließlich die milderen weißen und scharfen braunen oder schwarzen verwendet. Dann gibt es auch noch Senfpulver, das zu etwa 80 Prozent aus gemahlenen Senfkörnern, sowie aus Kräutern, Gewürzen und Getreidemehl besteht und oft ein Bestandteil von Currypulver ist.

Der Tafelsenf
Im Haushalt am gebräuchlichsten ist allerdings der Tafelsenf, der, wie der Name schon sagt, an der Tafel zum Essen gereicht wird - zu den qualitativ hochwertigsten Sorten in den Varianten scharf, mittelscharf und süß zählen Violetter Senf (eine Spezialität aus der Stadt Brive-la-Gaillarde in Frankreich, der seine Farbe vom Most roter Trauben erhält), Kremser Senf, Englischer Senf, Rotisseur und auch der berühmte Dijon Senf (dieser "Senf mit Reinheitsgebot" besteht ausschließlich aus braunen oder schwarzen Senfkörnern, die nicht gemahlen, sondern gesiebt werden, Salz, Wasser und Weinessig oder dem Saft frisch gepresster Trauben - es sind keine weiteren Zusätze erlaubt).

Qualität ist gefragt
Echte Feinschmecker stellen die Gewürzpaste selbst her, denn: die Schärfe des Senfs ist nicht konservierbar - gleich, ob in der Tube, im Glas oder im Tontopf aufbewahrt, nach etwa drei Monaten hat sich das Originalaroma verändert. Damit Senf nach der üblicherweise länger dauernden Lagerung noch verkauft werden kann, hat man die Verbraucher von Anfang an auf den Geschmack eines "alten" Senfs, der eigentlich bereits muffig schmeckt, programmiert - kaum jemand weiß heute noch, wie das Würzmittel frisch zubereitet schmeckt. Wer nicht zum Senfproduzenten werden und seine hohen Ansprüche dennoch erfüllt haben möchte, sollte seine Lieblingssorte direkt beim Hersteller erwerben, oder im Supermarkt zumindest zu echtem Qualitätssenf greifen. Schwierig wird es, wenn man aus Zeitmangel einen Essen Lieferservice in Anspruch nimmt, was heutzutage – angesichts der technischen Entwicklung und der damit verbunden immer schneller werdenden Prozesse und Abläufe in beinahe jedem Sektor der Wirtschaft – so verführerisch ist, da man sich, um nur einmal ein Beispiel zu nennen, bei lieferando.de mit ein paar Klicks die Pizza nach Hause liefern lassen kann. In diesem Fall sollte man die Sorten Senf wählen, die man nicht so gut kennt, weshalb man den Qualitätsunterschied kaum bemerken wird, etwa indischen Senf oder Wasabi (eigentlich eine japanische Meerrettichpaste).
Übrigens: Senf gehört immer in den Kühlschrank und sollte, einmal geöffnet, zügig verbraucht werden.


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